Revierreporte A-J    ~ Revierreporte K-P    ~ Revierreporte Q-Z

Auf dieser Seite finden Sie folgende Revierreporte:
Agion Oros, Insel Amouliani und Chalkidiki.

Agion Oros
Von Amouliani kommend ist es ein sehr beeindruckendes Erlebnis, stabile Wetterlage vorausgesetzt, den Athos entlang zu fahren. Eine bizarre Landschaft empfängt den Besucher. Der Agion Oros erhebt sich bis 2000 m über den Meeresspiegel, was man im gegenständlichen Fall ruhig wörtlich nehmen kann.

Bis zu tausend Jahre alte Klosterburgen säumen die ganze Strecke. Es gibt kaum Strassen, wenngleich man im Vergleich zu früheren Jahren bereits vereinzelt Autos sieht. Diese werden jedoch hauptsächlich für die Forstwirtschaft eingesetzt. Der Athos ist innerhalb Griechenlands ein autonomer Staat und kann nur von Männern mit einer Sondererlaubnis des Ministeriums f. Nordgriechenland in Saloniki, besucht werden. Frauen ist der Zutritt strengstens verboten. Man sollte die Bestimmungen, auch wenn sie etwas weltfremd auf uns Mitteleuropäer wirken, akzeptieren. Auch Ankern in noch so einsam scheinenden Buchten sollte man sich verkneifen.

Es wird seit einem Jahr sehr streng mit Motorbooten kontrolliert. Im deutschen Hafenhandbuch ist irrtümlich eine Bucht innerhalb des Athos als Ankergrund beschrieben. Freunde von uns haben dies wörtlich genommen und mussten noch am Abend das geschützte Plätzchen verlassen.

Insel Amouliani
Der Hafen des gleichnamigen Ortes kann von Yachten bis ca. 1.90 m Tiefgang angelaufen werden. Hinter dem Molenkopf liegt man sicher mit Bug oder Heckanker, allerdings ist auf einige Untiefen im Hafenbecken zu achten. Diese sind in den diversen Hafenhandbüchern beschrieben und bei Tag auch durch das relativ klare Wasser zu sehen. Am besten liegt man gleich beim Molenkopf, jedoch wird dieser meistens von kleineren Fähren beansprucht. Mit etwas Vorsicht bekommt man jedoch immer einen passenden Liegeplatz.

Und es zahlt sich aus nach Amouliani zu kommen. Ein grosser und nicht sehr teurer Supermarkt direkt am Ende der Pier. Hier kann auch Diesel in Kanistern erworben werden und bei grössereren Mengen (wie vorher beschrieben) kommt auch der Minitankwagen.

Blockeis gibt es leider nur am Berg oben im Ort.( Beim Gemeindeamt fragen)

Gleich am Ende der Pier links befindet sich eine ausgezeichnet Fischtaverne, mit Gerichten die man nicht alle Tage bekommt. Auch Muscheln können hier unbedenklich gegessen werden. Garnelen werden hier noch frisch gefangen und nicht aus Südostasien importiert.

Mit etwas Glück kann man einem Gratiskonzert lauschen. Michalis Dukakis, der Neffe des gleichnamigen amerikanischen Präsidentschaftskandidaten macht in seiner Heimat Amouliani jedes Jahr Urlaub und kann auch in den Ferien nicht von der Musik lassen. Er hat in Wien und in Salzburg Musik studiert, spricht breitesten österreichischen Dialekt, hat jedoch die Lieder seiner Heimat nicht verlernt, wie wir uns bei einer nächtlichten Session bis 0300 Uhr früh überzeugen konnten.

Gleich neben der Taverne ist eine urige Musikbar, welche von einem einheimischen Fischer betrieben wird. Bei einer kleinen morgendlichen Erfrischung um 1000 Uhr vormittags erhielten wir voh ihm eine Skizze auf einem Rechnungsblock, welche Durchfahrten zwischen den kleinen Inseln im Südosten von Amouliani sauber sind. Hat zum Teil sehr mit den diversen Seekarten divergiert. Man sollte den Südwesten der Insel nicht versäumen. Die sind Badebuchten in Karibikqualität. Es gibt auch einige kleine Strandtavernen die zu Spottpreisen Souvlaki oder gegrillten Schwertfisch zubereiten. Der Ankergrund ist Sand und eignet sich hervorragend für einen Badestop. Stand Juli 2000: Wir haben in dieser Bucht bei gutem Wetter übernachtet, da die Lautstärke im Hafen Amouliani unerträglich war. Die Fähren lassen die ganze Nacht den Motor laufen. Übrigens die Ausfahrt im Südwesten zwischen der Leuchturminsel und einer kleinen Insel südlich davon ist absolut sauber, das Wasser glasklar und die geringste Tiefe war 4 m.

Chalkidiki
Begonnen hat alles 1976. Nach zweitägiger Fahrt über die jugoslawische Autoput mit dem Citroen 2 CV, einen Zeltanhänger am Haken und einen aufblasbaren Semperit Kat 416 am Dach, verschlug es uns aus puren Zufall auf den mittleren Finger der Chalkidiki, nach Kalamitsi.
Wir suchten bei einbrechender Dunkelheit einen Platz zum Übernachten, landeten auf einer Wiese unter einem riesigen Olivenbaum.

Am nächsten Morgen ein kurzer Inspektionsgang durch ein Kornfeld an´s Meer.
300 m weisser Sandstrand, ein paar geduckte Fischerhäuser und ein Meer in türkisblauer Farbe. Unsere erste Reaktion. Wir sind im Paradies. Aus einer Nacht wurden 10 Tage Aufenthalt.

Die Küste bis Sarti wurde mit dem Kat 416 erforscht. Ein Jahr später der Athos mit dem Star Kat (bereits mit Polyester Rümpfen) erobert, mit Übernachten im 800 Jahre alten kleinen Kaiki Hafen des Klosters Megistris Lavra.

1982 wurde eine Leisure 17 (englischer Kimmkieler) mit einem 34 PS starken Campingbus in zwei Tagen auf die Chalkidiki getrailert und alle 3 Finger (Kassandra, Sithonia und Athos) damit besegelt.
1983 eskalierte der Forscherdrang zur See bereits zu ungeahnten Höhenflügen. Mit der Leisure 17, ausgerüstet wie für eine Weltumsegelung, erreichten wir in nur acht Stunden von Kalamitsi aus unter Segel die nördlichste, unbewohnte Sporaden Insel, welche in der Deutschen Seekarte 605 als Pelagonisi bezeichnet wird. Bei den Griechen heisst diese Insel Kyra Panagia. Die Freude war gross, das Wetter prächtig und wir (mein Cousin Helmut und ich) beschlossen über Alonnisos, Skopelos bis Skiathos weiter zu segeln, wo meine Frau Anna mit Freunden in einem Katamaran auf uns wartete.

Bei der Überfahrt von Skopelos nach Skiathos wurde der bisher planmässig verlaufene Törn beinahe zum Abenteuer. Meltemi mit geschätzen 7 Beaufort blies zwischen den beiden Inseln bei wolkenlosen blauen Himmel und die Grenzen des kleinen Kimmkielers waren trotz Reffs und Sturmfock erreicht. Es half nur noch eine Flucht in die Panormou Bucht auf Skopelos.
Der Meltemi gebärdete sich am nächsten Morgen wieder normal mit 4 Windstärken. Bei prächtigen Segelwetter erreichten wir in zwei Stunden Skiathos.
Genug der Dramatik. Die Leisure 17 kam in diesem Revier noch bis 1986 zum Einsatz. Die Nördlichen Sporaden wurden noch mehrmals von der Chalkidiki aus einhand besucht und es war bei den Einheimischen geradezu eine Sensation, einen kleinen Segler mit österreichischer Flagge zu sehen. Wenn überhaupt in den Buchten jemand anzutreffen war, ausser einheimischen Fischern, waren es meist Engländer. Man lud sich gegenseitig zur Teatime ein, was jedoch fast immer bei Scotch Whiskey endete.

Das Paradies hat inzwischen natürlich auch etwas von seiner Unschuld verloren, was uns jedoch nicht hindert seit 1991 dieses wunderschöne Revier mit im Vergleich zur Leisure 17 geradezu luxuriösen Booten zu befahren.

Seit 1990 besitzt Yachtcharter Maik (früher Greek Yachts) in Porto Koufo auf der Chalkidiki einen Charter Stützpunkt mit 2 Discovery 3000, 4 Apollo 12 und zwei Triton 48, alles Boote aus der Dromor Werft.

Das Revier hat eine Ausdehnung von rund 100 sm (bis Skyros). Mai, Juni und September herrschen meistens thermische Winde vor. Im Juli und August bläst der Meltemi aus Nord bis Nordost mit unterschiedlicher Stärke, erreicht jedoch nicht die Stärke wie in den Kykladen.

Auf Thassos, Limnos, Samothraki und Lesvos kann der Meltemi jedoch seine volle Stärke erreichen. Fischerfreunde von uns waren mit ihrem Kaiki (15 m lang, 200 PS Mercedes) schon mehrmals in Limnos für Tage eingeweht. Auf der Chalkidiki geht´s etwas milder zu, jedoch können dort als auch auf den Sporaden im Sommer Wärmegewitter mit beachtlichen Böen auftreten. Die Griechen nennen diesen Gewitterwind Bourini. Auf Kassandra haben wir bei Nea Skioni auch schon Wasserhosen erlebt. Es kann im Sommer auch sehr schnell diesig werden, vor allem bei Windstille wird die Sicht plötzlich sehr schlecht. Bei unserem ersten Sporadentörn ím Juli1983 hatten wir den Kurs auf die Leuchturminsel Psathura abgesteckt. In der letzten Stunde war der Wind plötzlich eingeschlafen und trotz genauer Navigation und geringer Versetzung war der Leuchtturm kaum auszumachen
Der Seewetterbericht von Radio Österreich International hat ja samt Sendung inzwischen seinen Geist aufgegeben.
Im Zeitalter des Internets kein Problem. Mit Laptop oder im Internetcafe bekommt man einen sehr genauen Wetterbericht für Griechenland auf ~ www.poseidon.ncmr.gr.